Dringender Aufruf zur Unterstützung

Dringender Aufruf zur Unterstützung

Update

Wir konnten bisher fast 950 Unterschriften einreichen. Dafür danken wir Ihnen sehr herzlich!
Während über die Petition verhandelt wird, ist die Abschiebung ausgesetzt. Es gilt also weiter, die Daumen zu drücken!
Sobald wir etwas Neues erfahren, lesen Sie es hier.

 

Ihre Unterstützung wird benötigt!

Wir, die Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe Rosbach, bitten alle Besucher unserer Website um ihre Unterstützung!

Das Asylgesuch einer unserer Flüchtlingsfamilien wurde abgelehnt! Für ihren Paten und die vielen Unterstützer um die Familie herum ist dies nicht nachvollziehbar. Nach den geschildeten Fluchtgründen (die Tochter soll zwangsverheiratet werden) ist damit zu rechnen, dass die fünfköpfige Familie die Rückreise nicht unbeschadet überstehen wird.

Wir wollen die noch vor Weihnachten (!!!) drohende Abschiebung unbedingt verhindern. Beide Elternteile haben gute Deutschkenntnisse und sie bemühen sich aktiv, zügig einen Job zu bekommen, um selbst für ihre Familie zu sorgen. Die Kinder sind bestens in der Schule integriert, die Älteste besucht sogar das Gymnasium. Die Familie ist bei allen sehr beliebt.

Unterschriften für eine Petition

Für unsere Petition beim Hessischen Landtag benötigen wir Ihre Unterstützung, um unserer Forderung nach Aussetzung der Abschiebung mehr Nachdruck verleihen zu können!

Jede Unterschrift zählt – auch Ihre!

Die Unterschriftenzettel liegen im Info-Büro des Magistrates in Rosbach sowie in der Außenstelle Rodheim aus. Sie können Ihre Unterschrift dort innerhalb der Öffnungszeiten abgeben.

Sollten Sie selbst aktiv Unterschriften sammeln wollen, können wir Ihnen auch einen Unterschriftenzettel zur Verfügung stellen. Hierfür reicht eine E-Mail an uns.

Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihre Hilfe!

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Bürgermeister Thomas Alber ist stolz auf Rosbachs Flüchtlingshelfer

Bürgermeister Thomas Alber ist stolz auf Rosbachs Flüchtlingshelfer

Thomas Alber ist seit fast vier Jahren Bürgermeister von Rosbach. Als er im März 2013 das Amt übernahm, hätte er sich nicht träumen lassen, welche Herausforderungen auf ihn warteten: „Man hätte Hellseher sein müssen, um vor vier Jahren schon zu erahnen, welch eine Aufgabe uns ab Ende 2013 mit der Flüchtlingsthematik bevorstand. In der Dimension, wie sie sich dann gezeigt hat, war die Flüchtlingsaufnahme und -unterbringung sicherlich bisher die größte Herausforderung.“

Die Integration ist für den gebürtigen Hessen die wichtigste Aufgabe in der Flüchtlingsarbeit, wobei er ganz deutlich macht, dass Integration von ihm als Aufnahme in die Gesellschaft verstanden wird: „Die Aufnahme von Flüchtlingen, egal ob sie langfristig oder nur kurzfristig bei uns sind, ist zuallererst eine soziale, humanitäre Angelegenheit. Das bedeutet, dass die Menschen, die zu uns kommen, menschlich behandelt werden. Dazu gehört nicht nur, dass man ihnen ein Dach über dem Kopf gibt, sondern auch, dass man ihnen eine Betreuung zur Seite stellt, die sie im Aufnahmeprozess, bspw. bei behördlichen Angelegenheiten oder ärztlicher Behandlung, begleitet. Das sind Grundelemente, über die es bei mir keinerlei Diskussion gibt.“

Insbesondere die Begleitung der Flüchtlinge bedurfte seit dem Winter 2013/2014 in kurzer Zeit vieler fleißiger Helfer: „Ich bin sehr stolz auf das, was wir in den letzten drei Jahren aufgebaut haben. Wir haben ja bei Null angefangen und zunächst im Magistrat entsprechende Grundlagen geschaffen. Wir haben die Ehrenamtlichen von Beginn an mit eingebunden und so hat sich aus dem ersten Runden Tisch mit Vereinen, Kirchen und wenigen Privatpersonen eine Struktur herausgebildet. Es ist eine fantastische Leistung, die alle Beteiligten hier erbracht haben und immer noch erbringen.“

Normalität ist das Ziel

Der Arbeitsalltag eines Bürgermeisters lässt durchaus einige Möglichkeiten für den direkten Austausch mit den Zuwanderern zu. Thomas Alber nutzt jede Gelegenheit, um durch das Verwaltungsgebäude zu gehen und trifft dort regelmäßig auf Neuankömmlinge, mit denen er sich austauscht: „Jeder persönliche Einzelfall, jedes Einzelschicksal ist besonders – und zwar insbesondere für den Betroffenen. Ich möchte hier aber auf keinen Fall eine Wertung abgeben, wer Schlimmeres erlebt hat. Die Geschichten von Menschen, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, weil ihr Leib und Leben unmittelbar bedroht waren, machen mich aber besonders betroffen. Dennoch hat jeder Flüchtling seine guten Gründe, warum er sein Land verlässt.

Unsere Aufgabe als Gemeinde ist es, den Flüchtlingen Wohnraum und Betreuung zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus eine weitestgehende Normalität für die Neuankömmlinge herzustellen. Es war von Anfang an unser Ziel, die Unterbringung aus bestehendem Wohnraum zu bestreiten. Keine Containeranlagen, keine Zwischenlösungen, die am Ende dann doch nur noch irgendwo im Weg herumstehen, sondern Lösungen, die soziale Normalität ermöglichen. Das halte ich für besonders wichtig.“

Da natürlich auch andere Kommunen vor ähnlichen Herausforderungen standen, hat sich insbesondere mit Friedrichsdorf, Wöllstadt und Hirzenhain eine interkommunale Zusammenarbeit gebildet, die im operativen Bereich in erster Linie auf die gemeinsame Nutzung von Unterkünften abzielte. Aber auch bei der Sozialbetreuung gibt es im Wetteraukreis eine gute Kooperation.

Gemischte Reaktionen der Bürgerinnen und Bürger

Ein bemerkenswertes Phänomen ist, dass viele Bürger von den Flüchtlingen, die jetzt in unserer Mitte wohnen, nichts merken. „Wenn ich über die 130 Flüchtlinge rede, die zurzeit in Rosbach und Rodheim leben, sind die Bürger immer wieder erstaunt und fragen, wo die denn seien, man würde sie ja gar nicht merken. Das ist für mich eine absolut positive Rückmeldung. Damit ist unser Ziel der Normalität erreicht.“

Bürgermeister Thomas Alber (Copyright: Stadt Rosbach)

Es gibt aber auch kritische Stimmen. Wie geht der Bürgermeister damit um? „Das was sich im Winter 2015/2016 in den Rodheimer und Rosbacher Bürgerversammlungen Bahn brach, war durch den laufenden Kommunalwahlkampf und die mediale Berichterstattung hinsichtlich der Silvesternacht in Köln sehr populistisch geprägt. Aus meiner Sicht war das unnötig und vermeidbar, zumal es die Situation von Rosbach und seinen drei Stadtteilen überhaupt nicht widerspiegelt. Darüber hinaus spielte es sicherlich eine Rolle, dass zum Beispiel Rodheim bis dahin noch nicht so direkt mit Geflüchteten in Kontakt gekommen war wie Ober- und Nieder-Rosbach. Wenn man sich erst einmal persönlich kennenlernt, werden sich viele dieser Vorbehalte sehr schnell relativieren.“

Doch auch bei uns gibt es Vandalismus, der sich sowohl gegen die Zuwanderer als auch ihre Betreuer richtet. „Diese Handlungen Einzelner sind ganz klar zu verurteilen. Aber wenn es für einige Menschen in Rosbach, Rodheim, Deutschland oder wo auch immer schon ein Problem darstellt, wenn eine Handvoll Flüchtlinge in ihrer Stadt betreut wird, dann frage ich mich ernsthaft, was geschieht, wenn mal wirklich etwas passiert.“ Alber beschreibt die Bürgerversammlung in Rodheim und Rosbach im Februar 2016 als das absolute Negativbeispiel seiner Amtszeit: „Es ist doch absurd, wenn sich gebildete Menschen, Ärzte, Anwälte, etc., ans Mikro stellen und die Hilfe, die wir hier leisten, in Frage stellen. Die geäußerten Pauschalverurteilungen gegen junge Menschen sind mir unbegreiflich! Hier wird – von einigen wenigen – ein Szenario beschrieben, als würde morgen die Welt untergehen. Da frage ich mich dann aber tatsächlich, wo deren Organisationsfähigkeit und Hilfsbereitschaft bleibt, wenn es zu einer verheerenden Naturkatastrophe o. ä. kommen sollte.“

Dass Alber diese irrationalen Äußerungen verärgert haben, kann und möchte er gar nicht verheimlichen: „Natürlich reagiere ich auf so etwas auch emotional. Und ja, das hat in der Folge auch zu einigen Verwerfungen im Magistrat und in der Politik geführt. Aber so etwas kann man einfach nicht auf sich beruhen lassen! Darüber hinaus gibt es bei mir dann auch eine rote Linie, ab der ich – wohlwissend, dass hier vieles nur gemeinsam funktioniert – keine Kompromisse mehr eingehe. Wenn man beispielweise ohne Not die Flüchtlinge in Containern im Gewerbegebiet unterbringen möchte, in der Hoffnung, dass sie dann schnell wieder weg sind, wir aber gleichzeitig die Möglichkeit haben, für 0%-Kredite vom Bund Wohnraum in Wohngebieten zu belegen und zu bauen und dies aus grundsätzlichen Erwägungen heraus abgelehnt wird, dann ist bei mir diese rote Linie überschritten.“

Was bringt die Zukunft?

Von solchen Zwischentönen lässt sich Thomas Alber aber nicht beirren. Auch in Zukunft wird sich der Bürgermeister für Integration und ein soziales Miteinander einsetzen: „Wir wollen den Sozialen Wohnungsbau wieder betreiben, Baugebiete wie bspw. Die Sang besiedeln, und Kindergärten ausbauen. Es ist eine breite Palette an investiven Maßnahmen geplant, die wir den Bürgerinnen und Bürgern nach Genehmigung des Haushalts im Februar 2017 auch vorstellen werden.“

Insgesamt leben in Rosbach zurzeit 130 Flüchtlinge, was gut 1% der Rosbacher Gesamtbevölkerung entspricht. „Hätte uns jemand vor drei Jahren gesagt, ihr bekommt in den nächsten zehn Jahren jedes Jahr zehn Flüchtlinge, wäre das niemandem weiter aufgefallen. Dass die Flüchtlinge nunmehr in größerer Zahl und in einem sehr kurzen Zeitraum ankamen, damit konnte niemand rechnen, aber bisher haben wir diese Herausforderung sehr gut gemeistert.“

Nach dem für ihn schönsten Erlebnis im Rahmen der Flüchtlingsarbeit gefragt, nennt Thomas Alber zuallererst das Engagement der Bevölkerung: „Den Einsatz der Bürgerinnen und Bürger, sei es bei den Deutschkursen, als Paten oder mit der Kleiderkammer, betrachte ich als eines der schönsten Erlebnisse meiner Amtszeit. Die Eröffnung des Internationalen Cafés im November war ebenfalls ein ganz tolles Ereignis, bei dem ich sehr gern vor Ort war. Die nächsten Termine stehen schon fest in meinem Kalender.“

Wenn schon vieles gut läuft, ist es nicht so einfach, noch Wünsche zu äußern. Dennoch würde sich Thomas Alber sehr freuen, wenn sich die bisherige Form der Unterstützung in einer dauerhaften Struktur verfestigt. „Das kann aus meiner Sicht auch übergehen in eine Form der Bürgerstiftung. Eine Bürgerstiftung, die sich insgesamt für verschiedenste Dinge des sozialen Miteinanders verantwortlich fühlt, wäre ein tolles Ziel!“

Wir freuen uns, dass wir in unserem Bürgermeister einen so glühenden Verfechter der Integration haben. Das erleichtert uns unsere tägliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe sehr und wir stellen uns mit Freude und positiver Energie allen weiteren Aufgaben, die auf uns warten.

Das Interview führte Michaela Flint
am 12. Dezember 2016.

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Afghanistan-Adventskalender

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Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat sich für die bevorstehende Weihnachtszeit einen ganz besonderen Adventskalender ausgedacht: Jeden Tag erzählt ein aus Afghanistan geflüchterer Zuwanderer seine ganz persönliche Geschichte.

Wir finden diese Idee wunderbar und möchten Sie alle einladen, hinter die 24 Türchen zu schauen.

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